KBW - Konzertierte Buergerbewegung Luelsdorf-Ranzel-Langel

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18. September 2000

Planungsunterlagen können eingesehen werden
Täuscht BM Esser Öffentlichkeit?


Die Pläne für den Retentionsraum Langeler Bogen liegen im Rathaus aus

Die Planungsunterlagen können im Rathaus vom 19.09. bis 18.10.2000 eingesehen werden.
Innerhalb von weiteren vier Wochen können Einwendungen erhoben werden. Näheres in der amtlichen Bekanntmachung der Stadt Niederkassel.
Machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch, es ist die letzte Gelegenheit, Einfluß zu nehmen.
Denn Sie sind von der geplanten Maßnahme unmittelbar betroffen und müssen befürchten, daß Ihr Keller bei Hochwasser ab der Höhe von 1995 von Grundwasser überschwemmt wird.

Mit großem Presserummel (siehe Rhein-Sieg-Anzeiger und Rhein-Sieg-Rundschau vom 31.08.2000 und Korrektur) sind die Pläne dem Regierungspräsidenten übergeben worden.

Alle Presseberichte beinhalten folgende wichtige Aussagen:
1. Das Becken schützt die Kölner Altstadt
2. Das Becken faßt 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser
3. Bürgermeister Esser: Niemand müsse befürchten, dass das Grundwasser in Lülsdorf ansteigt.

Die letzte Aussage geht allerdings von einer unrealistischen Annahme aus!

Der Aussage von Bürgermeister Esser muß entgegengehalten werden, daß die Berechnungen der beauftragten Ingenieure nur dann keine Grundwasserbelastung ergeben, wenn ein Hochwasser von der exakten Höhe und Dauer (!) wie 1995 eintritt.

Somit ist das Becken für Köln wertlos, eine Grundwasserbelastung dürfte für Ihr Grundstück nach den Berechnungen des Ingenieurbüros nicht eintreten.

In diesem definierten Fall laufen allerdings nur ca. 350.000 Kubikmeter Wasser in das Becken; das sind weniger als 8% des Gesamtfüllungsvermögen von 4.5000.000 Kubikmeter.

Sollte ein zukünftiges Hochwasser zwar dieselbe Höhe wie 1995 haben, aber länger andauern, so wird das Becken volllaufen und in einigen Bereichen von Lülsdorf das Grundwasser bis zu einem Meter hoch auf der Straße (Bereich Steinstraße, Uhlandstraße am geplanten Reiterhof) stehen.

Es dürfte nämlich unbestritten sein, daß durch den zwischenzeitlich verbesserten Hochwasserschutz (höhere Mauern) von Bonn-Beuel bis Niederkassel-Rheidt zukünftige Hochwässer schneller kommen können und dann höher sein werden.
Eine Situation wie 1995 könnte somit häufiger als rechnerisch nur alle 50 Jahre eintreten.

Dies haben wir dem Rat der Stadt Niederkassel vor Beschlußfassung vorgehalten; der Rat hat unseren Bürgerantrag in der öffentlichen Sitzung noch nicht einmal eines Wortes gewürdigt.

Wir schlagen Ihnen vor, daß Sie sich persönlich im Rathaus noch vor dem 18. Oktober 2000 über die geplanten Maßnahmen informieren und die Unterlagen einsehen, prüfen und auf Schwachpunkte durchsehen.

Schwachpunkte können sein, daß

  • bisher das erforderliche Grundwasser-hydraulische Gutachten nur zum Teil vorliegt,
  • die von der Stadt Niederkassel erstellten Gutachten von Spitzley und Jossen zur möglichen Grundwassersituation (diese weisen eine erheblich höhere Grundwasserbelastung aus, als der Gutachter der Stadt Köln) nicht in die Planung eingegangen sind
  • die mögliche Grundwasserbelastung bei einem Hochwasser 1995 "schön" gerechnet wurden.

Ihre Einwendungen gegen das Retentionsbecken können Sie direkt vor Ort zu Protokoll geben oder aber bis spätestens 15.11.2000 schriftlich im Rathaus oder beim Regierungspräsidenten (RP) einreichen.
Jede einzelne Eingabe wird vom RP geprüft und öffentlich mit allen Antragstellern diskutiert.
Die KBW kann Ihre Interessen leider nicht vertreten; das können nur Sie selbst tun!

Weiterhin schlagen wir vor, sich schriftlich an Bürgermeister Esser zu wenden und sich von ihm schriftlich bestätigen zu lassen, daß für Ihr Grundstück - entsprechend der Aussagen in der Presse - im Falle eines Hochwassers nicht mit einer Grundwassergefährdung zu rechnen ist.
Vielleicht geben Sie uns die Antwort bekannt?
Einen Musterbrief an den Bürgermeister finden Sie hier

Ihre KBW

V.i.S.P. Josef Schaap, Uwe Olufs, 53859 Niederkassel, Bachstraße 70 - 72


Ergänzung: [25.01.2001]

Während eines Gesprächs mit Herrn BM Esser ergab sich, daß dieser über die "Musterbrief-Aktion" sehr verärgert war, da nach seiner Ansicht nach die Presse seine Aussagen unvollständig wiedergegeben hat. Es stellte sich heraus, daß ihm die Korrektur der Rhein-Sieg-Rundschau nicht bekannt war.
BM Esser widerspricht ausdrücklich dieser Darstellung. Eine Gegendarstellung in der Presse ist auch nach unserer Ansicht wegen des Zeitablaufs nicht sinnvoll.

 


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Dokument: http://kbw.olufs.com/hochwasser9.shtml Letzte Änderung: 18.05.2006